Materialien
Tag der gewaltfreien Erziehung
Kinderschutzbund Niedersachsen warnt beim Inklusionsgesetz vor Einsparungen zulasten von Kindern
Hannover, 29. April 2026 – Anlässlich des morgigen Tags der gewaltfreien Erziehung warnt der Kinderschutzbund Niedersachsen vor Fehlentwicklungen bei der geplanten Reform des SGB VIII. Die notwendige inklusive Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe darf nicht dazu führen, dass Hilfen zur Erziehung geschwächt, Jugendämter zusätzlich belastet oder fachliche Standards abgesenkt werden.
„Eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe ist richtig und überfällig. Die angekündigten Reformen dürfen jedoch nicht dazu genutzt werden, Einsparungen in der gesamten Kinder- und Jugendhilfe vorzunehmen. Kinder, die Gewalt oder Vernachlässigung erleben, brauchen Unterstützung – keine Zuständigkeitsdebatten oder Kürzungen“, sagt Simon Kopelke, Vorstandsmitglied des Kinderschutzbundes Niedersachsen.
Der Kinderschutzbund Niedersachsen kritisiert, dass spezialisierte Hilfen zur Erziehung zugunsten allgemeiner Angebote in Kitas oder Schulen zurückgedrängt werden könnten
„Wenn ein Kind zu Hause Gewalt oder Vernachlässigung erfährt, können Kitas und Schulen wichtige Orte des Hinsehens sein – gezielte Hilfen und Interventionen können sie jedoch nicht ersetzen. Der Gesetzentwurf birgt die Gefahr, dass betroffene Kinder keine oder erst viel zu spät Unterstützung erhalten“, sagt Kopelke weiter.
Seit Jahren steigen die Anforderungen im Kinderschutz. „Eine höhere Sensibilität in der Gesellschaft und damit mehr Meldungen zu möglichen Kindeswohlgefährdungen führen zwangsläufig zu steigenden Kosten in der Kinder- und Jugendhilfe. Eine Kindeswohlgefährdung lässt sich jedoch nicht wegsparen. Im Gegenteil: Wir brauchen starke Jugendämter, verlässliche Strukturen und ausreichend qualifiziertes Personal, um dem zu begegnen“, so Kopelke.
Besonders kritisch sieht der Kinderschutzbund Niedersachsen, dass der Gesetzentwurf Sparlogiken und fachliche Anforderungen enger miteinander verknüpft. Wenn in Leistungsvereinbarungen künftig Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit stärker betont und gleichzeitig Anforderungen an die Qualifikation des Personals neu gefasst werden, wächst in der Praxis der Druck auf Träger, mit weniger oder geringer qualifiziertem Personal zu arbeiten.
Wir erleben in unserem Kinderschutz-Zentrum in Hannover jeden Tag, wie hoch der Bedarf ist. Familien in Krisen, Kinder nach Gewalterfahrungen und Eltern in hoch belasteten Trennungssituationen brauchen qualifizierte Beratung und verlässliche Hilfen. Wer hier spart, verschiebt die Probleme nicht nur, sondern verschärft sie“, sagt Kopelke.
Der Kinderschutzbund Niedersachsen fordert deshalb, die Reform des SGB VIII konsequent an Kinderrechten, Gewaltschutz und fachlicher Qualität auszurichten. Inklusion muss gestärkt werden – ohne versteckte Kürzungen.
Social-Media-Debatte
Stellungnahme vom Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention e.V.
(Berlin, 12.03.2026) Kinder und Jugendliche schützen – nicht pauschal ausschließen: Kinderrechte als Maßstab der Social-Media-Debatte
In der Debatte um Altersbeschränkungen für digitale Dienste fordert die National Coalition Deutschland eine kinderrechtskonforme Regulierung von Plattformen. Maßnahmen zum Schutz von Kindern müssen auch ihre Rechte auf Förderung und Teilhabe berücksichtigen und an den Grundsätzen der Rechtmäßigkeit, Erforderlichkeit, Verhältnismäßigkeit und Wirksamkeit ausgerichtet sein.
Die vollständige Stellungnahme können Sie hier herunterladen: Stellungnahme National Coalition Deutschland zur Social-Media-Debatte
Grundsicherung
Stellungnahme vom Kinderschutzbund Bundesverband zum zum Referent*innenentwurf zur Reform des Bürgergeldes (13. SGB II Änderungsgesetz)
Die Bundesregierung hat sich Anfang Oktober auf eine Reform der Grundsicherung geeinigt, die schärfere Sanktionen für Leistungsbeziehende vorsieht – bis hin zur vollständigen Streichung von Zahlungen und der Unterstützung zur Unterkunft. Im Rahmen der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) eröffneten Möglichkeit zur Stellungnahme zum 13. SGB II-Änderungsgesetz möchten wir besonders auf die Auswirkungen für Kinder eingehen.
Aktuell sind rund 1,8 Millionen Minderjährige im Bürgergeldbezug. Das heißt rund jedes achte Kind in Deutschland lebt von oder mit Bürgergeld. Dabei stellt die Gruppe der Kinder etwa ein Drittel der Bürgergeldbeziehenden dar. Kinder sind also nicht eine kleine Minderheit, sondern stellen einen großen Anteil der Bürgergeldbeziehenden dar. Die Kinder sind nach Einschätzungen der Kinderschutzbundes im vorliegenden Referentenentwurf aber nicht im Blick!
Mit besonderer Sorge sieht der Kinderschutzbund die Auswirkungen für Kinder durch die geplanten Sanktionsmöglichkeiten. Denn es muss sichergestellt werden, dass alle Kinder in Deutschland Dinge wie ausreichend Essen, Kleidung oder Schulmaterialien zur Verfügung haben. Durch die neuen Sanktionsmöglichkeiten bei den Kosten der Unterkunft ergibt sich zudem sogar die Gefahr, dass Kinder in die Obdachlosigkeit sanktioniert werden. Der Kinderschutzbund fordert daher eine ausdrückliche Ausnahmeregelung des Sanktionssystems für alle Haushalte mit Kindern und macht dafür in seiner Stellungnahme auch einen ganz konkreten Formulierungsvorschlag. Dieser Halbsatz hat das Potenzial das Schlimmste für die vielen Kinder im Bürgergeld zu verhindern!
Die vollständige Stellungnahme können Sie hier herunterladen: Stellungnahme Kinderschutzbund Grundsicherung
Kinderrechte
Kinderrechte ins Grundgesetz!
Der Kinderschutzbund setzt sich für die vollständige Umsetzung der Kinderrechte und ihre Aufnahme ins Grundgesetz ein.
Gemeinsam für echte Kinderrechte im Grundgesetz
Die UN-Kinderrechtskonvention gilt in Deutschland seit 1992. Trotzdem werden die Rechte von Kindern und Jugendlichen bei vielen wichtigen Entscheidungen von Politik, Verwaltung und Rechtsprechung zu wenig berücksichtigt. Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Kinderrechte – Deutsches Kinderhilfswerk, Der Kinderschutzbund, UNICEF Deutschland in Kooperation mit der Deutschen Liga für das Kind – fordern wir daher die vollständige Umsetzung der Kinderrechte und ihre Aufnahme im Grundgesetz.
Die Grundrechte im Grundgesetz gelten doch auch für Kinder – Reichen diese Rechte nicht aus?
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie brauchen andere und mehr Rechte. Sie brauchen besondere Schutzrechte, weil sie sehr verletzlich sind und sich nicht selbst schützen können. Sie brauchen besondere Förderrechte, weil sie am Anfang ihrer Entwicklung stehen, die besonders gefördert werden muss. Sie brauchen besondere kindgerechte Beteiligungsrechte, damit ihre Bedürfnisse und Interessen in allen Lebensbereichen berücksichtigt werden. Hätten die Kinderrechte auf Schutz, Beteiligung und Förderung Verfassungsrang, wäre die Politik gefordert, diese Rechte mit Leben zu füllen. Und auch in unserer Gesellschaft würden wir Kindern auf Augenhöhe und mit dem Wissen um ihre besonderen Rechte begegnen.
Youtube Video zu: Warum gehören die Kinderrechte ins Grundgesetz?
https://youtu.be/hQO4M667PbA
Aktionsbündnis fordert: Kinderrechte gehören endlich ins Grundgesetz!
https://kinderschutzbund.de/aktionsbuendnis-fordert-kinderrechte-gehoeren-endlich-ins-grundgesetz/
Kinderarmut
Neue Pressemitteilung vom Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen
Kinderarmut in Niedersachsen weiter auf hohem Niveau
Hannover, 15. September 2025 – Kinder und Jugendliche in Niedersachsen sind besonders von Armut betroffen: Jede fünfte Person unter 18 Jahren gilt als armutsgefährdet, und etwa jedes siebte Kind lebt in einem Haushalt, der Bürgergeld bezieht. Laut dem aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbands gelten deutschlandweit 13 Millionen Menschen als arm,
darunter gut 3 Millionen Kinder. In Niedersachsen sind etwa 16,9 Prozent der Bevölkerung arm – das sind rund 1,3 Millionen Menschen. Die Armutsquote stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozentpunkte und liegt über dem Bundesdurchschnitt von 15,5 Prozent.
Lesen Sie die vollständige Pressemitteilung Pressemitteilung_Kinderarmut_Weltkindertag_DKSB_und_Landesarmutskonferenz_Niedersachsen
Was bedeutet Kinderarmut in Deutschland?
Kinderarmut in Deutschland bedeutet vor allem, nicht dabei sein zu können, wenn das Geld für die Klassenreise, den Eintritt ins Museum oder die neuen Sportschuhe nicht mehr reicht. Es heißt weniger Möglichkeiten, weniger Chancen und oftmals auch, arm zu bleiben, denn das Ausbrechen aus der Armutsfalle wird einem durch das gegenwärtige System stark erschwert. Als wäre das noch nicht genug, werden Kinder aus armen Familien häufig stigmatisiert und ausgegrenzt.
Kinderarmut beenden:
Die Kindergrundsicherung jetzt schnell und gut umsetzen
Um Kinderarmut wirksam zu bekämpfen, fordert der Kinderschutzbund als Teil des seit 2009 bestehenden Bündnisses Kindergrundsicherung seit über 10 Jahren die Einführung einer Kindergrundsicherung – mit Erfolg: Die Einführung einer Kindergrundsicherung ist als Ziel der neuen Ampel-Regierung in den Koalitionsvertrag eingegangen und soll noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden! Der Kinderschutzbund Bundesverband freut sich, dass die Bekämpfung von Kinderarmut damit nun endlich oben auf der politischen Agenda steht. Jetzt braucht es eine gute und mutige Ausgestaltung und eine ausreichende finanzielle Ausstattung, damit aus dem angestrebten großen Ziel, Kinderarmut zu beenden, Realität wird.
Kinderarmut im Koalitionsvertrag kaum Thema!
https://kinderschutzbund.de/kinderarmut-im-koalitionsvertrag-kaum-thema/
Kurzfassung
Kinder- und jugendpolitisches Grundsatzprogramm
Die Kurzfassung enthält die wichtigsten Aspekte des Kinder- und jugendpolitischen Grundsatzprogrammes in übersichtlicher Form.
Die Kurzfassung des Kinder- und jugendpolitischen Grundsatzprogrammes kann hier heruntergeladen oder in gedruckter Form im Extranet bestellt werden.
https://kinderschutzbund.de/publikationen/#Kinder–und-jugendpolitisches-Grundsatzprogramm
Starke Eltern Starke Kinder
Text und Pdf über das Thema
https://sesk.de/